Mittwoch, 1. August 2012

Wie verschieden das Leben sein kann


Im T.C. Boyles Roman „America“, erstveröffentlicht 1995, treffen zwei Welten aufeinander. Zum einen die des armen aus Mexiko stammenden Candido und zum anderen des Vorstadtbewohners Delaney.

Candido, der mit seiner schwangeren Frau America illegal in die Vereinigten Staaten kam, trifft ganz unvorhergesehen auf einen Amerikaner. Er war gerade auf dem Weg zur Arbeitsvermittlung um dort einen Eintagsjob für drei Dollar die Stunde zu ergattern, als Delaney ihn versehentlich mit dem Auto anfährt. Anstatt den Mexikaner zu einem Arzt zu bringen, was dieser selbst ablehnt, steckt ihm Delaney zwanzig Dollar zu und lässt diesen zurück.

Von da an nimmt die Geschichte seinen Lauf. Boyle beschreibt zum einen das harte Leben von illegalen Einwanderern, die nur mit viel Glück einen mies bezahlten Job bekommen. Auf der anderen Seite stehen Delaney und eine kleine Vorstadtsiedlung bei Los Angeles, wo aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird.

T.C. Boyle beschreibt auf eine eindrucksvolle Art und Weise, wie verschieden das Leben der Menschen in derselben Gegend sein kann. Hart, unfair und voller Leid bei den einen sowie Wohlstand und unbedeutende Probleme bei den anderen. Es ist ein lesenswertes Buch, welches einem nicht so schnell aus dem Kopf geht.

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