Sonntag, 29. September 2013

Ein wahrer Klassiker



Das Buch „Die Traumnovelle“ wurde von Arthur Schnitzler 1925 geschrieben und es handelt sich dabei, wie man es schon aus dem Namen heraus erkennen kann, um eine Novelle.

Im Mittelpunkt dieses Werkes steht das Ehepaar Fridolin und Albertine, die zusammen eine Tochter haben. Die Handlung beginnt damit, dass Albertine ihrem Gatten von einem erotischen Traum erzählt, den sie während ihres gemeinsamen Urlaubes in Dänemark von einem jungen Offizier hatte. Fridolin traf im selben Urlaub ein junges Mädchen, welches ihn faszinierte. Allerdings blieben beide dem Ehepartner treu. Am selben Abend muss Fridolin, der Arzt ist, zu einem Patienten gehen, der einen Schlaganfall hatte. Als er bei diesem eintrifft, ist dieser allerdings schon verstorben. Die Tochter des Toten erzählt Fridolin, dass sie sich in ihn verliebt hat, aber er weist sie zurück und stellt für ihren Vater den Totenschein aus. Nachdem er das Haus des Verstorbenen verlassen hatte, setzt sich Fridolin in ein Kaffeehaus und trifft dort seinen alten Studienfreund Nachtigall, welcher aus Polen stammt und seinen Lebensunterhalt mit Klavierspielen verdient. Nachtigall erzählt Fridolin, dass er nachts um zwei Uhr auf geheimen Privatpartys mit verbundenen Augen Klavier spielt. Allerdings kann er durch die Augenbinde einiges erkennen und teilt Fridolin mit, dass dort Orgien gefeiert werden. Fridolin möchte unbedingt dabei sein, doch Nachtigall hält das für zu gefährlich, aber ist dann am Ende doch damit einverstanden. Bei einem Kostümverleih treffen sich die beiden wieder, als sich Fridolin ein Kostüm ausborgt. Dort erfährt er von Nachtigall die geheime Parole, welche zufällig „Dänemark“ lautet. Auf der geheimen Party trifft Fridolin eine geheimnisvolle Frau, von der er allerdings nur den Körper erkennen kann, da ihr Gesicht verschleiert ist. Diese bittet ihn zu gehen, aber er will nicht und wird rausgeschmissen. dadurch, dass die unbekannte Frau für ihn bürgt, wird er nicht von den Veranstaltern ermordet, wie diese es eigentlich vorhatten. Am nächsten Morgen liest er in der Zeitung von dem Freitod einer Baronin D., welche er für die geheimnisvolle Frau hält. Fridolin beschließt Nachforschungen anzustellen und findet ihre Leiche im Pathologischen Institut. Daraufhin stellt er seine Nachforschungen ein und geht zurück zu seiner Frau.

Fridolin ist ein typischer Mann, der in der damals üblichen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau lebt. Er sorgt gut für seine Frau, merkt allerdings nicht, dass er sie entmündigt. Seine Frau, Albertine, die eine typische Frau der Jahrhundertwände ist, hat jung geheiratet und ist unglücklich, weil sie ihre Fantasien und Triebe unterdrücken musste. Man kann dies sehr gut daran erkenne, als sie ihrem Gatten erzählt, wie sie Beide sich verlobt haben: „[…] er konnte von mir in dieser Nacht alles haben, was er nur verlangte. Ja, das dachte ich mir – Aber er sprach das Wort nicht aus, der entzückende junge Mensch; er küsste nur zart meine Hand, und am Morgen darauf fragte er mich – ob ich seine Frau werden wollte. Und ich sagte ja.“

Der Traum hat in diesem Werk eine sehr hohe Bedeutung, da der Traum von Albertine den Beginn der Handlung, sowie den Auslöser für alle späteren Ereignisse darstellt. Ein weiterer Grund dafür, dass der Traum einen hohen Stellenwert in dem Werk „Die Traumnovelle“ hat, ist der, dass die Erlebnisse von Fridolin möglicherweise nicht real waren, sondern nur von ihm geträumt wurden. Dies würde erklären, warum die geheime Parole „Dänemark“ hieß. Außerdem könnte folgender Satz von Albertine eine Anspielung daran sein, dass Fridolins Abenteuer nur geträumt war: „Nun sind wir wohl erwacht […] für lange.“

Der Autor, Arthur Schnitzler, wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Er studierte Medizin und wurde 1885 Aspirant und Sekundararzt. Von 1888 bis 1893 war er Assistent seines Vaters in der Allgemeinen Poliklinik in Wien. Nach dessen Tod eröffnete er eine Privatpraxis. 1888 verfasste er sein erstes Bühnenmanuskript, 1895 veröffentlichte er sein erstes Buch. Arthur Schnitzler ist am 21. Oktober 1931 gestorben.

Donnerstag, 12. September 2013

10 Jahre nach Johnny Cash



Vor genau zehn Jahren starb der Country-Sänger und Songschreiber Johnny Cash im Alter von 71 Jahren. Seine Musik begeisterte Millionen von Menschen auf der ganzen Welt und ist weiterhin bekannt und beliebt. Legendär sind vor allem seine Konzerte in den Gefängnissen Folsom und San Quentin. Johnny Cash schrieb etwa 500 Songs, verkaufte weit mehr als 50 Millionen Tonträger und gewann 13 Grammy Awards.

Mittwoch, 11. September 2013

Verschwendung beim ORF



Beim ORF muss gespart werden. Daher hat Programmdirektorin Kathrin Zechner für die Programmsaison 2013/2014 einige Änderungen angekündigt. Es wird keine neuen Folgen von „Science Busters“ und „Wir Staatskünstler“ geben. Aber man hält an Verblödungsprogrammen fest. Es wird eine weitere Staffel von „die große Chance“ und „Dancing Stars“ geben. Es ist eine Schande, dass Steuergelder in Volksverblödung investiert werden, anstatt auf Bildung und Aufklärung zu setzen.

Freitag, 6. September 2013

Die Anspruchslosigkeit des Paulo Coelho



Kürzlich habe ich nach langer Zeit wieder ein Buch von Paulo Coelho gelesen. Es war furchtbar und ich frage mich, wieso dieser Mann so erfolgreich ist. Sein Stil ist miserabel und erzählen kann er auch nicht. Seine Werke sind einschläfern und nicht spannend. Dennoch sind seine Bücher in über sechzig Sprachen erhältlich und wurde weltweit insgesamt über 75 Millionen Mal verkauft.

Andere, darunter Autoren, die tausendmal besser sind, schaffen das nicht. Aber wieso? Weshalb hat so ein Amateur derart viel Erfolg und ein Schriftsteller, der gute, spannende und hochwertige Belletristik verfasst, verdient einen Scheiß?

Es muss wohl daran liegen, dass sich die Mehrzahl der Menschen mit schlechter Literatur zufrieden geben. Daher hat eine derartige Anspruchslosigkeit diesen Erfolg. Leider, und dies ist wahr, Leben wir in einer traurigen Welt.

Mittwoch, 4. September 2013

Putin kennt keinen Spaß



Satire erregt immer wieder die Gemüter. Es erzeugt Aufsehen. Und bei Nationalisten, Faschisten, Fundamentalisten und anderen Extremisten entsteht durch Satire Zorn, Wut und Hass. Derartige Leute kommen mit dieser Kunstform nicht klar. Vor allem wenn es zu kritisch ist.

Auch Putin. Der homophobe, autoritäre Präsident Russlands ließ Tatja Titowa, Direktorin eines Museums, welches ein Bild ausstellte, das den Kremlchef in Frauenkleidern zeigt, verhaften. Mittlerweile wurde Titowa wieder freigelassen. Der Maler des Werkes, Konstantin Altunia, konnte nach Paris flüchten und hat dort Asyl beantragt.

Dieses Vorgehen ist nicht bloß ein Zeichen für fehlende Demokratie in Russland, sondern ein Indiz dafür, dass dieses Land weiterhin eine Diktatur ist, wo eine freie Meinungsäußerung unerwünscht bleibt. Daher ist es auch eine Schande, dass dieses autoritär geführte Russland die olympischen Winterspiele 2014 austragen darf und so Putin die Gelegenheit bekommt, sich so zu präsentieren, wie er es will. So wie 1936 Adolf Hitler.