Ein guter Start in den Tag ist wichtig und beginnt für mich mit einem guten Frühstück sowie der morgendlichen Zeitung. Natürlich eine mit Niveau und keines Falls eines dieser billigen Boulevardblätter, die vom Pöbel gelesen werden. Ich bevorzuge Zeitungen mit Stil, wie den Standard, die Presse, Salzburger Nachrichten und die Süddeutsche Zeitung. Gerne durchblättere ich während des Frühstücks auch Mal eine Zeitschrift oder Wochenzeitung, wie den Falter, Spiegel, Die Zeit oder Psychologie Heute. Hin und wieder auch Mal Profil.
Leider ist die Welt korrupt und abgrundtief Böse. Es geschehen viele schreckliche Dinge, die einen schockieren. Aber ich bin dagegen schon längst abgehärtet. Ich bin damit aufgewachsen. Und als Teil der Generation Gleichgültig, gibt es wohl kaum etwas, das mich so sehr schockieren könnte, dass mich dies aus den Schuhen reist. Für mich und meine Generation ist es normal, dass Politiker korrupt sind und eigensinnig handeln.
Aber das hält mich nicht davon ab, gut in den Tag zu starrten. Das Leben geht weiter und dass in Ländern der Dritten Welt Menschen verhungern, ist kaum zu verhindern. Ich habe kaum die Macht das zu verändern. Das kann nur die breite Masse, dessen Wohlstand am Leid anderer ihre Basis hat. Und natürlich können auch die großen Konzerne der Dritten Welt helfen, in dem sie aufhören die Leute aus zu beuten, was diese seit mehreren Jahrzehnten machen, und mit einem Hungerlohn sozusagen vergewaltigen.
Nachdem ich mein Frühstück genossen und all das Übel in der Welt wahrgenommen, sowie die Körperpflegendenmaßnahem abgeschlossen habe, kommt die Zeit für einen Besuch im Cafe. Meine Favoriten hierbei sind AIDA, Segafredo und CI. Hauptsächlich aber AIDA, da man dort am Besten draußen sitzen kann. Ich finde es nett, wenn ich im Freien meinen Kaffee und die dazugehörige Zigarette genießen kann, und den Leuten auf der Straße zusehe. Nur die vielen dreckigen Autos, mit ihren beschissenen Abgasen stören mich. Sie verschmutzen meinen Körper. Vor allem mein Haar. Und nicht zu vergessen meine Kleidung.
Das CI am Yppenplatz ist für mich eigentlich mehr was für den Abend um gemütlich ein paar Biere zu trinken und Freunde zu treffen. Ich kann dort gut entspannen und durch den Alkohol all die Scheiße in der Welt vergessen. Zu guter Letzt, bevor man Heimgeht und es schon dunkel ist, kann man dort in der Nähe an so vielen verschiedenen Stellen genussvoll einen Joint konsumiert.
Ins Segafredo gehe ich im Grunde nur im Winter, wenn es kalt ist. Es ist eines der wenigen Cafes in Hernals, die zum einen zu ertragen sind und in denen man noch Rauchen kann.
Gemütlich konsumiere ich vormittags in der AIDA meinen Kaffee und rauche eine Kippe, während ich schreibe. Entweder eine Kurzgeschichte, ein Gedicht oder ich arbeite an einem Roman weiter. Hin und wieder schreibe ich auch eine andere Art Text. Zum Beispiel für meinen Blog.
Aber was mich am meisten freut in einem Cafe, sind die vielen anderen Leute, die ich zwischendurch ein wenig beobachte. Es gibt da einige interessante Personen. Für mich als Schriftsteller absolut wichtig. Speziell im Sommer sieht man viel Interessantes.
Zum einen gibt es da diese psychischkranke Frau, die jeden Tag kommt, einen Kaffee trinkt, ein Eis löffelt und eine Zigarette nach der anderen raucht. Wenn diese nach zehn, fünfzehn Minuten wieder geht, liegen im Aschenbecher um die fünf, sechs Stummel. Allesamt von ihr. Und was mir auch noch auffällt, ist, dass ihre Hose nicht passt. Anstatt einen Gürtel zu benützen, lässt sie es anscheinend lieber zu, Probleme mit einer runterrutschenden Hose zu haben. Ich persönlich finde es widerlich, jedes gottverdammte Mal ihren Hintern zu sehen.
Eine weitere schillernde Person, die ich bei meinen Cafe besuchen sehe, ist die zweite psychischkranke Frau. Diese ist älter als die andere. Sie raucht wenig und trinkt nur einen Kaffee. Aber dies Frau schnorrt viel und vergisst hin und wieder Mal aufs Zahlen. Ein Mal, als ich am Tisch neben ihr saß, ließ sie Wasser. Diese Frau urinierte im sitzen. Die gelbe Flüssigkeit floss vom Sessel runter, den Gehsteig entlang zur Straße und bildete dort einen kleinen widerlichen See. Gleich darauf machte sie sich aus dem Staub.
Natürlich gibt es abgesehen von diesen extrem seltsamen Personen, auch einige normale Menschen. Allen voran der Künstler, den ich jeden Tag sehe, wie er seinen Kaffee trinkt und zeichnet. Hin und wieder macht er eine kleine Pause und ließt die eine oder andere Zeitung. Ich kenne zwar seinen Namen nicht, aber eines Tages werde ich ihn danach fragen und eines seiner Bilder erwerben.
Für mich ist jeder einzelne Kaffeehausbesuch etwas Lehrreiches. Ein Studium, das es an keiner Universität der Welt gibt. Selbst die großen Elitehochschulen Harvard, Yale, Oxford und Co bieten dies nicht. Sie könnten es auch nicht. Dieser Lehrstoff kann nicht in einem Lehrsaal vermittelt werden, sondern nur durch ein Studium vor Ort. Und dies ist die Grundlage für einen Schriftsteller.